Hohle Versprechungen eines Adeligen

Hoh­le Ver­spre­chun­gen eines Ade­li­gen: In einer Zeit, in der Por­tu­gals Han­del auf­blüht, lebt ein Ade­li­ger am könig­li­chen Hof auf gro­ßem Fuße. Er beschäf­tigt Ange­stell­te, gibt kost­spie­li­ge Arbei­ten in Auf­trag, kann die­se aber nicht bezah­len. Daher leis­tet er hoh­le Ver­spre­chun­gen. Aller­dings sind sei­ne „Dienst­bo­ten“ auch naiv. Denn die­se machen trotz­dem ihre eige­nen Rech­nun­gen auf. 

(…)

ADELIGER Also gut, ohne mehr Auf­he­bens. Sin­gen Sie bit­te einen Ein­stieg
in die Mes­se, damit ich Ihre Stim­me beur­tei­len kann.

KAPLAN Das wer­de ich fro­hen Mutes tun. Aber wer wird mir antworten?

ADELIGER Ich.

KAPLAN Per omnia secu­la. In Ewigkeit.

ADELIGER Amen.

KAPLAN Domi­nus vobis­cum. Der Herr sei mit euch.

ADELIGER Singt wei­ter, Vater.

KAPLAN Sursum corda. Erhe­bet die Herzen.

ADELIGER Dei­ne Stim­me ist so kräf­tig wie die eines Ele­fan­ten,
nach­dem er eine kräf­ti­ge Sup­pe geges­sen hat.

(…)

Der „Schwank der Dienst­bo­ten“ — Ori­gi­nal­ti­tel Far­sa dos Almo­creves — ist eines der reifs­ten Stü­cke des gro­ßen Dra­ma­ti­kers Gil Vicen­te. Er wirft ein bezeich­nen­des Licht auf die wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se am por­tu­gie­si­schen Hof um 1526. Steht Por­tu­gal vor einer Revo­lu­ti­on? Freu­en Sie sich auf die­se neue Über­set­zung eines wich­ti­gen por­tu­gie­si­schen Klas­si­kers.

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