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Die Wehklage der Maria Parda — lustig und scharf

Die Weh­kla­ge der Maria Par­da atmet den Geist der Refor­ma­ti­ons­zeit. Das 1522 erschie­ne­ne Thea­ter­stück the­ma­ti­siert das Den­ken der Men­schen jener Zeit. Die­se füh­len sich schul­dig und haben Angst vor der Höl­le. Gil Vicen­te stellt auf revo­lu­tio­nä­re Wei­se ein­fa­che Men­schen von der Stra­ße auf die Büh­ne vor Adel und Bür­ger. Sie spre­chen auch volks­nah. Und das schon 40 Jah­re, bevor Wil­liam Shake­speare auf die Welt kommt, der als der Begrün­der der ein­fa­chen Spra­che auf der Büh­ne gilt. 

Maria klagt, weil sie einer­seits so weni­ge, durch Blu­men­sträu­ße gekenn­zeich­ne­te Türen der Taver­nen in den Stra­ßen Lis­sa­bons sieht. Ande­rer­seits ist der ein so teu­er, ohne den sie nicht leben kann.

Gil Vicen­te Die Weh­kla­ge der Maria Par­da, ISBN:
978–3‑7541–3575‑4

(…)

MARIA PARDA Oh, Stra­ße der Mouraria, wer hat dir gesagt, dass der Durst 

durch das Gesetz Moham­meds mit trau­ri­gem kal­ten Was­ser getö­tet wird? 

Oh, Trin­ker, mei­ne Brü­der, was ehrt uns, Chris­ten zu sein, wenn uns Gott 

den Wein weg­nimmt? Oh, trau­ri­ges, knau­se­ri­ges Jahr, war­um machst du uns zu Heiden?

Ein 1522 ent­stan­de­nes Meis­ter­stück Gil Vicen­tes (1465–1536), des Begrün­ders des por­tu­gie­si­schen Natio­nal­thea­ters, das auf heu­ti­gen Büh­nen eine Auf­füh­rung ver­dient. Es ist eine Ant­wort auf die Refor­ma­ti­on. Wen­det sich der Dich­ter gegen den Papst? Lehnt er die Refor­ma­ti­on ab?

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