Spitzbergen mehr als gut für Eisbären: Spitzbergen hat sich der Reisende bislang noch nicht anschauen dürfen. Doch hinreisen möchte er schon ganz gerne zur aus etwa 400 bestehenden Inselgruppe, die die Norweger Svalbard nennen. Diese ist etwas kleiner als das Bundesland Bayern. Er kennt nur einen dort arbeitenden Biologen. Aber die Flüge dorthin und Preise für Exkursionen sind hoch. Wie kalt es auf Spitzbergen ist und warum es dort auch ein riesiges Saatkammergut gibt, erfährst du im Länderkunde-Artikel der Zeitung “Die Welt”.
Kennengelernt haben sich der Reisende und der Biologe in Kjerringøy. Das ist ein kleines Fischerdorf nahe Bodø. Bodø ist Fußballkennern bekannt durch Bodø Glimt, das ab und zu auch in der Europa League mitspielt. Und als Ausflugsziel für Durchreisende zum Nordkap.
Der Reisende radelte mal binnen fünf Tagen vom Bottnischen Meerbusen in Schweden zum Polarmeer. Zuvor hatte er sich gemeinsam mit seinem Kumpel Stephan Heuken ein bekanntes Surströmming-Festival Schwedens an Höga Kusten angeschaut. Danach heizte Durchstreifen & Erleben eilig durch Lappland. Der Bootsbauer Ulf Mikalsen hatte ihn eingeladen, mit einer Gruppe Norweger mit Nordlandbooten an der Küste entlang zu segeln. Zum Glück ist gerade auf dieser Höhe die Distanz von einem Meer zum anderen nicht gerade groß.
Auf Nordlandboot und zur Walsafari
Zwei Tage segelte er mit, voll gespannt, ob er unterwegs Walen begegnen würde. Das wäre doch etwas, neben dem Boot einen Orca zu sehen oder einen Pottwal. Dazu kam es leider nicht. Der Reisende holte es später in Andenes nach. Von dort fahren bei ruhigem Wetter fast täglich Boote zur Walbeobachtung heraus. Sie suchen tiefe Canyons auf, da dort die Pottwale jagen. Immerhin lernte er auf dem Trip mit Mikalsen seine spätere Freundin Lena kennen. Diese arbeitete als Ärztin in Bodø. Und aus der Tour mit Mikalsen entwickelten sich Artikel: unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die “Wiener Zeitung”.
Der Biologe hatte Urlaub genommen und besuchte seinen Schwiegervater in Kjerringøy. Mit im Schnitt 15 Grad ist es für Deutsche nicht gerade warm im Sommer. Aber er zog in der Sonne seinen Pullover aus und freute sich: “Endlich ist es wieder Sommer”, sprach er aus, was er vielleicht noch auf Spitzbergen wie Rudi Carell 1975 gedacht hatte: “Wann wird’s mal wieder richtig Sommer”.
In Spitzbergen lebende Eisbären sollen es immer schwerer bei der Suche nach Nahrung haben. Denn durch den Klimawandel steigen die Temperaturen. Eisfelder schrumpfen im Süden. Daher benötigen die Bären mehr Zeit, um Eisschollen zu finden, auf denen sich ihre Beute befindet. Der Biologe findet dort auch eine Menge Meeresvögel, die dort viel Nahrung finden. Dort brüten zum Beispiel Millionen von Alkenvögeln wie Trottellummen und Dickschnabellummen. Und der Reisende denkt beim Verarbeiten dieser Informationen nach wie vor: Wann wird es für ihn selbst zu Spitzbergen — mehr als gut für Eisbären?


