Jetzt im TV: Rheinsteig und Helgeland

Jetzt im TV: Rhein­steig und Hel­ge­land. Aktu­ell ver­sorgt Durch­strei­fen & Erle­ben euch mög­lichst regel­mä­ßig mit TV-Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Deutsch­land, Frank­reich, Nor­we­gen, Por­tu­gal und recht viel Schwe­den sind ver­tre­ten. Inseln, Kanä­le und Küs­ten ste­hen im Zentrum.

Komplizierter Rheinsteig

Kei­nes­wegs über­rascht ist der Rei­sen­de über die Wucht an deut­schen Rei­se­zie­len, müs­sen vie­le sich wohl vor­erst im Som­mer aufs Inland beschrän­ken. Aber es sind auch wirk­lich schö­ne Zie­le dar­un­ter wie das Sie­ben­ge­bir­ge vor den Toren Bonns. Der dort durch­lau­fen­de Rhein­steig sieht zwar harm­los aus, ist aber der stän­di­gen Auf- und Abstie­ge wegen nicht leicht. Es kom­men etli­che Höhen­me­ter zusam­men. Es gibt anfangs auch recht viel Wald. Des­halb kön­nen im Win­ter man­che Stre­cken rut­schig wer­den. Dafür ent­schä­di­gen Burg­rui­nen und schö­ne Aus­bli­cke zunächst bis ins Wacht­ber­ger Länd­chen und spä­ter bis zum Ahr­ge­bir­ge. Sehr ger­ne nutzt der Rei­sen­de die vie­len klei­nen Stei­gun­gen zwi­schen Quir­ren­bach und Him­berg für ein inten­si­ves Moun­tain­bike-Trai­ning. Das kann einen sogar vom Sie­ben­ge­bir­ge bis in den Wes­ter­wald füh­ren kann. Ein tol­les Kon­di­ti­ons­trai­ning auf dem Kapel­len­wan­der­weg, den er nur emp­feh­len kann.

Fahrrad in den Zug zum Polarkreis

Im Hel­ge­land in Nor­we­gen ist er auch schon gewe­sen. Ihn fas­zi­nier­te die Gegend, weil es die ers­te Rad­tour ins wil­de­re Nor­we­gen war. Mit dem Zug fuhr er von Oslo nach Mos­jøen, was er da schon umwelt­freund­li­cher emp­fand, als mit dem Flug­zeug. Außer­dem ist es beque­mer: Rad in die Fäh­re, Rad in den Zug. Kei­ne Mon­ta­ge vor und nach dem Flug. Es gibt eine tol­le Zug­ver­bin­dung bis her­auf nach Bodø. Die Bahn heißt jetzt nicht mehr Nor­we­gi­sche Staats­bahn, son­dern Vy. Wei­te Bli­cke über Fjor­de, gran­dio­se Natur. 

Als His­to­ri­ker fand er beson­ders eine klei­ne Aus­stel­lung in einem alten Bun­ker — in Hem­nes meint er — inter­es­sant, in der das Ver­hält­nis der Nor­we­ger in die­ser Regi­on mit Sol­da­ten der Wehr­macht dar­ge­stellt wur­de. Ein­hei­mi­sche nutz­ten die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung. Dar­ge­stellt wur­den auch Bio­gra­phien öster­rei­chi­scher und deut­scher Sol­da­ten, um zu zei­gen, wel­che Men­schen unter der Uni­form steck­ten. Er erin­nert sich an das Por­trät über einen Schmet­ter­lings­spe­zia­lis­ten. Und an das einen Deut­schen aus Ham­burg, der Selbst­mord beging, als er hör­te, dass sei­ne gesam­te Fami­lie im Feu­er umge­kom­men war. Die Alli­ier­ten bom­bar­dier­ten auf ver­hee­ren­de Wei­se die Stadt, was als Feu­er­sturm in die Geschich­te ein­ging. Mit den Pro­jekt­mit­ar­bei­tern im Hel­ge­land führ­te er ein sehr schö­nes Gespräch über die dama­li­ge Zeit, ohne Zorn und mit vie­len freund­schaft­li­chen Gefühlen.

Lustiges Minden

Emp­feh­len kann der Rei­sen­de auch einen Besuch Min­dens. Als er dort auf einer Weser­berg­land­tour durch­r­a­del­te, fand er nicht nur einen kunst­his­to­risch wert­vol­len Dom. Ihn belus­tig­ten im Knei­pen­vier­tel in der Ober­stadt frei her­um­lau­fen­de Hüh­ner. Dort hat­te der Hahn noch etwas zu sagen. Sobald er kräh­te, rann­ten die Hen­nen her­bei. Sie bega­ben sich mit dem Ober­haupt zu Stel­len, wo es noch bes­se­res Fut­ter gab. Viel­leicht sind sie jetzt noch dort anzutreffen.

Viel Spaß bei die­sem Spek­ta­kel und beim Zuschau­en via “Jetzt im TV: Rhein­steig und Helgeland”.


SaSoMoDiFr
Deutsch­land125 Jah­re Nord-Ost­see-Kanal. Phoe­nix, 15.45 Uhr

Sie­ben­ge­bir­ge, 3sat, 15.30 Uhr
Die Rhön, WDR, 20.15 UhrDas grü­ne Herz Leip­zigs, 3sat, 13.20 UhrMin­de­ner Land, WDR, 20.15 UhrDort­mund-Ems-Kanal, WDR, 20.15 Uhr
Frank­reichDie Rhô­ne. Von den Schwei­zer Alpen in die Cam­ar­gue, HR, 20.15 Uhr



Nor­we­genMagie der Fjor­de, RBB, 21.00 UhrFas­zi­nie­ren­des Spitz­ber­gen, Das Ers­te, 16.10 UhrMit­ter­nachts­son­ne am Nord­kap, Das Ers­te, 16.10 UhrGeheim­tipp Hel­ge­land, 3sat, 14.50 Uhr
Öster­reich




Por­tu­galZu Tisch… im Alen­te­jo, arte, 11.30 Uhr



Schwe­den


Schwe­dens West­küs­te, 3sat, 13.20 Uhr

Åland, Schwe­den im fin­ni­schen Schärengarten

TV-Tipps Rei­se und Kultur
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Blühstreifen für Insekten

Gera­de ent­deckt: Blüh­strei­fen für Insek­ten. Die Nach­rich­ten über das Insek­ten­ster­ben erschre­cken immer wie­der. Und das Müns­ter­land zu durch­strei­fen und zu erle­ben ist in man­chen Gegen­den doch ziem­lich mono­ton ange­sichts rie­si­ger Mais­fel­der und feh­len­der Streu­obst­wie­sen. Rad­wan­de­rer, die sich bei­spiels­wei­se auf den Spu­ren der Dich­te­rin Annet­te von Dros­te-Hüls­hoff befin­den, ver­mis­sen oft leben­di­ge Natur.

Aber am Horst­ma­rer Land­weg bei Müns­ter tut sich jetzt etwas: Bau­er Jochen Werns­mann hat sei­nen Acker ver­än­dert. Er hat einen 300 Meter lan­gen und sechs Meter brei­ten Rand­strei­fen sei­nes Ackers für Buch­wei­zen, Kori­an­der und Mal­ven frei­ge­ge­ben. Er will dafür sor­gen, dass zum Bei­spiel Schmet­ter­lin­ge und Bie­nen sich dort ernäh­ren kön­nen. Auch Pfäh­le mit klei­nen Löchern ließ er in den Boden ram­men. Dar­in kön­nen fort­an Insek­ten unter­schlüp­fen. So ist die Basis dafür gelegt, dass weni­ger Insek­ten ster­ben müs­sen. Da dort vie­le Stu­den­ten jog­gen, wer­den sie ihre Freu­de am Anblick haben. 

Woanders schwinden dafür wertvolle Flächen

Scha­de nur, dass sich seit Febru­ar 2021 gegen­über davon ein rie­si­ger Park­platz befin­det. Die Bun­des­fi­nanz­ver­wal­tung (BWZ) ließ ihn errich­ten. Damit ist eine wert­vol­le Grün­flä­che ver­schwun­den, Boden ver­sie­gelt. Dar­aus Acker­land für die Ernäh­rung der Bevöl­ke­rung wie­der­zu­ge­win­nen, gilt als äußerst schwie­rig. Das trifft auch auf land­wirt­schaft­li­che Flä­chen am nahen Was­ser­weg zu. Auf denen ste­hen dem­nächst Wohn­ge­bäu­de. Es gibt ohne­hin erschre­ckend wenig Acker­land auf dem Planeten.

Was brin­gen Insek­ten­strei­fen, wenn zeit­gleich Land­wirt Wischer­ath auf dem Hüh­ner­berg in Quir­ren­bach sei­nen Hof ver­kau­fen will und dafür sei­ne gesam­te Streu­obst­wie­se fäl­len muss? Ist es noch zu glau­ben, dass die Stadt Königs­win­ter ihn zu solch einer Akti­on zwingt, damit der Besitz “besen­rein” über­ge­ben wer­den kann? In einer Zeit, in der der Pla­net ver­durs­tet? In der Streu­obst­wie­sen streng geschützt wer­den müss­ten? Dies geschieht gera­de im Juni 2023. War­um über­nimmt der NABU nicht die­se Flä­che? Eine Freun­din und Nach­ba­rin des Bau­ern berich­te­te dem Rei­sen­den Ende Juni 2023 davon. Und der Blüh­strei­fen am Horst­ma­rer Land­weg exis­tiert seit zwei Jah­ren auch nicht mehr.

Blühstreifen für Insekten auch an anderen Orten zu finden

Jedoch sind Blüh­strei­fen nicht nur am Horst­ma­rer Land­weg, son­dern auch an ande­ren Stel­len in Müns­ter, im Müns­ter­land und Reck­ling­hau­sen zu sehen. So gibt es im Som­mer auch an der Feld­stie­ge bei Müns­ter-Nien­ber­ge mitt­ler­wei­le einen Strei­fen mit Son­nen­blu­men. Er steht am his­to­ri­schen Hof Lei­sing, der urkund­lich schon zwi­schen 1042 und 1063 erwähnt wurde. 

Feder­füh­rend für das Pro­jekt am Horst­ma­rer Land­weg sind die Stif­tung West­fä­li­sche Kul­tur­land­schaft und der West­fä­lisch-Lip­pi­sche Land­wirt­schafts­ver­band. Auch der NABU Deutsch­land setzt sich dafür ein. Sie alle sor­gen gemein­sam dafür, dass die Fel­der im Müns­ter­land nicht mehr so mono­ton wir­ken. Rad­wan­de­rern und Wan­de­rern berei­ten Farb­tup­fer und Gesum­me der Tie­re auf ihren Pätt­kes­tou­ren Freu­de. Her mit mehr Blüh­strei­fen für Insek­ten! Fort mit unsin­ni­gen büro­kra­ti­schen Regelungen!

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