Dinner auf dem Meeresgrund

Unge­wöhn­lich ist das Pro­jekt — ein ins Meer ver­senk­tes Restau­rant ent­steht zur­zeit an der nor­we­gi­schen Süd­küs­te. In Båly, gut 80 Kilo­me­ter west­lich von Kris­ti­an­sand, kön­nen Gäs­te im “Under” wäh­rend des Essens auf den Mee­res­grund schau­en und hof­fen, dass inter­es­san­te Fische vorbeischwimmen.

Auf der Ober­flä­che des Gast­hau­ses sol­len sich Muscheln ansie­deln, die das Was­ser rei­ni­gen. Der Betrei­ber will auch Anlauf­stel­le für For­scher sein, die sich für das Meer interessieren.

Ab und zu fin­de ich auf Rei­sen schon von Men­schen geschaf­fe­ne Orte, wo man sich der Erde beson­ders nah fühlt. Im schwe­di­schen Norr­bot­ten ken­ne ich ein Restau­rant an einem Fluss, in dem eine Kame­ra vor­bei­kom­men­de Lach­se zeigt. Das ist ein Natur­er­leb­nis, in dem man mal Tie­re sieht, die nicht nur in einem Aqua­ri­um leben.

Im Berg­werk Kris­ti­ne­berg im schwe­di­schen Väs­ter­bot­ten gibt es eine tief lie­gen­de Kapel­le für Berg­leu­te. Schon die Fahrt mit dem Auto in die Stol­len hat etwas Gespens­ti­sches, weil es feucht­warm ist. Ich glau­be, es dau­er­te bestimmt eine hal­be Stun­de, bis wir unten anka­men. An der Wand der Kapel­le erhebt sich Chris­tus. Ein Berg­mann leg­te die Figur bei Arbei­ten frei. Er beschützt heu­te die oft gläu­bi­gen Arbei­ter vor Unfäl­len. Väs­ter­bot­ten hat aber noch eine Men­ge mehr zu bie­ten. Schließ­lich ist es Urge­biet der Sami und daher sehr geheimnisvoll.

Und der Künst­ler Ger­hard Rich­ter bringt uns die Rota­ti­on der Erde nahe. Kürz­lich schenk­te er der Stadt Müns­ter ein Focault­sches Pen­del. Es schwingt jetzt in der Domi­ni­ka­ner­kir­che an einem Faden und nicht nur ich, son­dern auch vie­le ande­re Besu­cher fra­gen sich, wie es mög­lich ist, dass die Kugel stets hin und her schwingt. Es gibt aber auch noch vie­le ande­re bewun­derns­wer­te Wer­ke in Müns­ter, Stadt der Skulp­tu­ren, die das irdi­sche Leben schrump­fen lassen.

Spei­sen in Downunder

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Skandinavische Luxusunterkünfte

Skan­di­na­vi­sche Luxus­un­ter­künf­te: Habt ihr schon mal Urlaub in einem Design-Hotel gemacht? Oder in einem Baum­haus? Manch­mal ste­cken rich­tig unge­wöhn­li­che mensch­li­che Geschich­ten dahin­ter. Die­se sind dann noch inter­es­san­ter als das Haus selbst.

Wenn der Rei­sen­de eine Regi­on durch­streift und erlebt, kauft er ger­ne täg­lich die Zei­tun­gen vor Ort. Denn Lokal­jour­na­lis­ten ken­nen ihre Gegend oft sehr gut. Sie wol­len ihre Leser vor allem im Som­mer­loch unter­hal­ten, da dort auch oft mehr Zeit für gründ­li­che Recher­che zur Ver­fü­gung steht. Da schau­en dann die­je­ni­gen, die kei­ne Zei­tung abon­nie­ren, in die Röh­re, wenn sie sich nur auf Face­book oder Insta­gram ver­las­sen. Denn dort gibt es nur weni­ge qua­li­ta­tiv gute Ange­bo­te. Wer kei­ne Zei­tung bezieht, gehört zu den­je­ni­gen, die ein Infor­ma­ti­ons­de­fi­zit haben. Das wirkt sich aus bis in die poli­ti­sche Teil­ha­be. Die­se ver­rin­gert sich erheblich.

Als der Rei­sen­de vor eini­ger Zeit durch Norr­bot­ten radel­te, las er in einer Zei­tung von einem Baum­haus­ho­tel in Hara­ds. Er plan­te sei­ne Rou­te sofort um. Sein Herz klopf­te. Denn er fand für sei­ne Leser wohl einen ech­ten Lecker­bis­sen. 300 Kilo­me­ter mehr als gedacht, muss­te er dafür ein­le­gen, um das Dorf Hara­ds zu errei­chen. Zum Glück ist Schwe­den rela­tiv flach. Und es war auch erst Juli, also noch lan­ge hell, so dass man sogar nachts radeln kann. Denn nur für gut eine Stun­de wird es rich­tig dunkel.

Architekt experimentiert viel im Wald

Als er im Ort ankam, waren die Arbei­ten am Baum­haus­ho­tel in vol­lem Gan­ge. Der feder­füh­ren­de Archi­tekt Ber­til befand sich sogar mit Hand­wer­kern vor Ort. So ver­folg­te der Rei­sen­de eini­ge Tage gut mit, wie Ber­til plan­te. Er expe­ri­men­tier­te viel her­um, um einem Baum­haus den Charme eines Vogel­nes­tes zu ver­lei­hen. Daher loder­te unter ande­rem im Wald ein rie­si­ges Feu­er, in das er star­ke Metall­bän­der gelegt hat­te. Das Vogel­nest soll­te mit den Bän­dern umfasst wer­den. Sie soll­ten nicht in der Son­ne blit­zen, son­dern sich farb­lich der Natur anpas­sen. Der Rei­sen­de half ihm auch dabei, rund gebo­ge­ne Äste im Wald zu suchen, die er auch um das Nest legen woll­te. So trägt er auch einen klei­nen Anteil am Gelin­gen des Baum­haus­ho­tels. Die ers­ten Häu­ser fan­den dann durch den Rei­sen­den Ein­gang in die Süd­deut­sche Zei­tung, die Neue Zür­cher Zei­tung und die Wie­ner Zei­tung.

Skan­di­na­vi­sche Luxus­un­ter­künf­te: Man­che von denen, die Vogue aus Nor­we­gen, Schwe­den und Finn­land zeigt, sind viel­leicht ganz ähn­lich entstanden.

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Ein Tag Rennfahrer auf Eis

Ein Tag Renn­fah­rer auf Eis: Wer sich im Urlaub für Ral­lys auf Schwe­dens eisi­gen Seen in der Nähe von Jokkmokk inter­es­siert, soll­te sich die­sen inter­es­san­ten Bericht durch­le­sen. Rei­se­jour­na­list Gavin Hai­nes von “The Tele­graph” übte mit Renn­fah­rer Per-Erik Nie­mi, Ral­ly auf einem zuge­fro­re­nen See in Nord­schwe­den zu fah­ren. Dabei ereig­ne­te sich natür­lich ein Unfall. Hai­nes beschreibt schon zu Beginn sei­nes Arti­kels, wie er zuvor fast mit 120 Stun­den­ki­lo­me­tern über den See gerast sei. Dabei habe er die Kon­trol­le über das Fahr­zeug, einen bri­ti­schen Sub­aru Impre­z­as, ver­lo­ren. Die­ser saß dann so fest im Schnee, dass er und Nie­mi ihn nur durchs Dach ver­las­sen konn­ten. Denn die Türen hät­ten sich nicht mehr öff­nen lassen.

Nie­mi sti­chelt: Er habe dar­auf schon förm­lich auf den Unfall gewar­tet. Bereits zuvor hät­te der ehe­ma­li­ge Renn­fah­rer ihn mehr­fach gewarnt, doch lang­sa­mer zu fah­ren, gibt Hai­nes zu. Zum Glück habe er aber nicht mehr als die Stoß­stan­ge und ein Nebel­licht beschä­digt. Dies ließ sich bei Wagen-Check nach dem Aus­stei­gen schnell fest­stel­len. Einen all­zu gro­ßen Scha­den füg­te er dem­nach dem schwe­di­schen Unter­neh­men “Dri­vers Para­di­se” aus Jokkmokk nicht zu. Aber Nic­las Hell­q­vist, der das Ral­ly-Unter­neh­men gemein­sam mit Joa­chim Fall­gren betreibt, muss­te schon per­sön­lich erschei­nen, um das Fahr­zeug aus dem Schnee zu befrei­en. “Dri­vers Para­di­se” steht allen offen, die ihre Fahr­küns­te auf einem eisi­gen See in Schwe­den aus­pro­bie­ren wollen.

Nach der Begut­ach­tung des Unfalls habe ihn Hell­q­vist direkt zum Essen geschickt. Dies geschah wohl in der Absicht, ihn vom Fahr­zeug zu ent­fer­nen, mut­maßt Hai­nes. Es ereig­ne­ten sich wohl Unfäl­le, habe ihm Hell­q­vist erklärt. Aber bis­her sei noch kei­ner sei­ner Fahr­schü­ler so schnell unter­wegs gewe­sen. Sein Leh­rer Per-Erik habe den Wagen weg­fah­ren müs­sen. Auf die Mah­nung, dass es beim Ral­ly-Fah­ren nicht bloß auf Geschwin­dig­keit, son­dern auch auf Selbst­kon­trol­le und Tech­nik ankom­me, habe die­ser nicht ver­zich­tet. Ein Fahr­zeug wie der Sub­aru ver­hal­te sich freund­lich, wenn man es nicht zer­stö­ren wol­le. Noch eine Spit­ze. Ein wei­te­rer anwe­sen­der Ex-Renn­fah­rer ergänzt, Hai­nes sei nicht gedul­dig genug. Bevor er beschleu­ni­ge, sol­le er das Fahr­zeug erst um die Ecke gehen las­sen. Und er sol­le auch das Brem­sen nicht vergessen. 

“Powers­li­de”, har­tes Brem­sen in Kur­ven, wur­de nach dem Essen geübt. Nach ers­ten erfolg­rei­chen Run­den sei er schnell ins Schwit­zen gekom­men, sagt Hai­nes. Er habe sich nicht mehr rich­tig kon­zen­trie­ren kön­nen, sich also wich­ti­ge Punk­te zum Brem­sen ent­lang der Stre­cke nicht gemerkt, das Brem­sen schlicht ver­ges­sen. Zum Renn­fah­rer auf Eis wird eben nicht jeder geboren. 

Wer statt rum­zu­ra­sen, lie­ber in Ruhe skan­di­na­vi­sche Gerich­te kos­tet, fin­det selbst in New York gute Restau­rants. Die “Washing­ton Post” hat eini­ge getestet.

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