Auf dem Jakobsweg Pilgern für Radler

Valença – auch hier bestätigt sich die Regel: Beim zweiten Besuch sieht vieles anders aus. Es lohnt sich immer, nach einem Tag Abstand wiederzukommen, vorherige Eindrücke über Gespräche mit Menschen oder über Fotos zu vertiefen.

So zieht die Festungssstadt am Rio Minho spanische Touristen magnetisch an, Angebote zwischen 5 und 30 Euro abzuklappern. Deutsche verirren sich selten her. Es sind vor allem Pilger vom Jakobsweg, die es von Porto heraufgeschafft haben. Die erste Hälfte auf dem Wanderwege liegt hinter ihnen. Ein Hit für Kinder sind kleine Maschinenpistolen; der Konsumkrieg zwischen den teils schön gekachelten Häusern möge beginnen.

Anderen ergeht es so wie mir am ersten Tag: die gewaltigen Festungsmauern erkunden, die dem Schutz vor den Kastiliern dienten, Speisekarten studieren, mit den manchmal skrupellosen Autofahrern in den engen Gassen kämpfen, Kirchen und Kapellen aufsuchen, um danach wieder zur Ruhe zu kommen.

Beim zweiten Besuch nimmt man versteckte Dinge wahr wie die Skulpturen Robert Schades, dem ich bereits in Cerveira begegnete – er ist der Picasso Portugals.

Dann höre ich auch schon einzelne Gespräche in den Gassen heraus wie das zwischen einer Modeladenbesitzerin und ihrer Arbeitskraft. Er fühlt sich offenbar ausgebeutet. Aggression liegt in der Luft. Aber ich weiß schon, dass sich das Geschehen auf den Straßen ab 19 Uhr erheblich beruhigt. Eine schöne Aussicht!

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„Solltet ihr im Krieg in fremden Landen fallen“

36 Kreuze an alten Linden in Wormbach bei Schmallenberg

In Wormbach nahe Schmallenberg im Sauerland ist der Versuch einer Sinngebung des Soldatentodes völlig aufgegeben. Auf dem an einer alten Kirche liegenden Friedhof gewannen die während des Dreißigjährigen Krieges gepflanzten Linden eine besondere Bedeutung.

Denn Pfarrer August Rüsing ordnete schon vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs jeder Familie des Ortes eine Linde zu. Wormbach-LaterneDen jungen Männer versprach er: „Solltet Ihr im Krieg in fremden Landen fallen, so wird ein Kreuz mit eurem Namen zur Erinnerung an eure Linde gehängt.“ Bis heute hängen 36 Kreuze an den Linden des Wormbacher Kirchhofs. Kein Gedenkstein, kein Sinngebungsversuch. Die Sprache verstummt.

 

 

 

 

Fortsetzung folgt.

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Teuflisch vermessener Krieg

Soldatenfriedhof im Brumleytal

In die gleiche Richtung weist eine Tafel im nördlichen Teutoburger Wald am dortigen Soldatenfriedhof im Brumleytal. Vier Wochen vor Kriegsende findet hier am 3. April 1945 ein Kampf zwischen englischen und deutschen Soldaten statt, von denen 114 Briten und 43 Deutsche fielen. „Nie sollst du vergessen, wie teuflisch vermessen ein Krieg immer ist.“ Diesen Satz hat Johannes Oechtering verfasst, Heimatforscher aus Riesenbeck. Es ist wohl die einzige Inschrift auf einer Tafel im Münsterland, in der der Krieg verurteilt wird.

Brumleytal-Ibbenbüren-(2)

Fortsetzung folgt.

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