Sonnenblumen lachen auf Erden

Sonnenblumen lachen auf Erden – auch in Corona-Zeiten. Ein Münsterländer Bauer erfreut Rennradfahrer wie mich während der sportlichen Touren. Er hat einen sicher 50 Meter langen Streifen entlang seines Maisfeldes angelegt. An den Blüten laben sich jetzt die Insekten. Kleine Tiere finden sicher dort auch Unterschlupf. Und davor wachsen ja auch noch weitere Blumen.

Was ich allerdings traurig finde, ist, dass Blühstreifen, die ich im vergangenen Jahr entdeckte wie etwa am Horstmarer Landweg in Münster wieder verschwunden sind. Wahrscheinlich können sich Arten, die im letzten Sommer dort eine Heimat gefunden haben, heute schon nicht mehr halten.

Oder?

Heute, 9. August, fand ich auf derselben Strecke durch die Bauerschaft Roxel einen weiteren schönen Blühstreifen. Ihn scheint die Wärme an einem der heißesten Tage des Jahres, nicht zu beeindrucken. Dafür aber den Esel, der erstmals seitdem ich dort fahre nach Gesellschaft suchte. Und die Landjugend, die ein Planschbecken für erschöpfte Teilnehmer ihrer Fahrad-Rallye bereitstellte.

Habt ihr auch schöne Blühstreifen in eurer Region? Dann her mit euren Fotos. Ich stelle sie gerne hier dazu, um der Natur eine Stimme zu geben und damit mehr sagen können: Sonnenblumen lachen auf Erden.

Neu: Triumph des Winters

Weltliteratur aus Portugal ab sofort im Buchhandel

Ich präsentiere stolz das Drama „Triumph des Winters & des Frühlings“, frisch von mir aus dem Portugiesischen übersetzt. Da weniger dogmatisch als andere ist das Theaterstück das schönste Werk des Dramatikers Gil Vicente. Vicente gilt als Begründer des Nationaltheaters. Poetisch und lebendig. Ein toller Blick ins Denken der Menschen vor 500 Jahren. Das Drama ist ab sofort im Buchhandel und online erhältlich. Originaltitel: „Triunfo do inverno“.

Gil Vicente Triumph des Winters & des Sommers
ISBN 978-3-7529-62604

Fasziniert schaut der Zuschauer durchs Brennglas Vicentes (1465-1536) auf eine ihm fremde Welt der Renaissance. Er hört stolze Worte des Winters über seine Macht. Er zittert ums Leben von Seefahrern. Er lacht übers satirische Gespräch des Winters mit einem Hirten über die Liebe. Verzückt lauscht er poetischen Worten des Frühlings mit der Serra da Sintra, zwei ineinander verliebte Freunde.

Der Zuschauer meint, Don Quijote antraben zu hören. Der Welt der Ritter folgt bereits das Zeitalter der Eroberer, Seefahrer und Kaufleute in einer globalen Welt. Die Menschen stehen vor Herausforderungen, denen sie nicht immer gewachsen sind. Dessen sind sie sich aber nicht bewusst. Ein Meisterstück. Eine Tragikomödie, die auf heutigen Bühnen einen Auftritt verdient hat.

Wir entdecken und bestimmen: Insekten

Kennt jemand dieses seltsame Insekt? Es flog heute bei uns herum, setzte sich dann an der Scheibe fest. Daher konnte ich es gut in einem Glas einfangen und es fotografieren. Denn danach geriet es etwas in Starre, so dass ich das Glas entfernen konnte. Einige Minuten blieb es still, bevor es davon flog. Wir konnten es zwar entdecken, aber nicht bestimmen.

Bei uns fliegen ohnehin viele Insekten im Garten: Hummeln, Schmetterlinge und wilde Bienen in erster Linie. Eher selten Libellen und ab und zu auch Mücken. Sie erfreuen sich an vielen Blüten, da der Garten von Frühjahr bis Herbst immer etwas zum Naschen anbietet.

Gerade wurde das Rätsel nicht hier, aber über einen Facebook-Freund gelöst: Es wird sich wahrscheinlich um eine Schlupfwespe handeln, ein nützliches Insekt, dem Borkenkäfer gut schmecken sollen.

Wir entdecken und bestimmen: Insekten. Mir macht das immer sehr viel Spaß. Schon als Junge sammelte ich gerne Tierknochen in einem nahen Wald, hegte und pflegte ein Terrarium mit zum Beispiel Heuschrecken.

Schwedischer Dichter Enquist gestorben

Einer der besten Dichter des Nordens, aufgewachsen in Västerbotten

Per Olov Enquist gestorben: Bestürzt lese ich diese Nachricht in der Frankfurter Allgemeinen über den Tod des großartigen schwedischen Dichters. Die Nachricht erreichte mich gerade. Ich hätte ihn gerne kennengelernt. Seine scharfsinnigen Werke beeindrucken mich wie vor allem seine Autobiographie „Ein anderes Leben“, die 2011 in Deutschland beim Hanser-Verlag erscheint. Enquist ist ein Zweifler. Er meint, dass objektiv erscheinende Fakten leicht zu manipulieren seien. Selbst ans vielen Schweden wichtige Prinzip der Solidarität glaubt er nicht.

In meinem Reiseführer „Västerbotten Land der Abenteuer“ befasse ich mich in einem Artikel mit Literatur über und aus Nordschweden. Allein aus Enquists Heimat Västerbotten stammen 50 der heute bekanntesten modernen Erzähler Schwedens wie zum Beispiel auch Sara Lidman und Torgny Lindgren.

Lidman starb schon vor längerer Zeit. Ihr bekanntestes Werk „Das Teertal“ erschien 1953 in Schweden, 1967 auf Deutsch beim Reclam Verlag. Es behandelt das Leben der Kleinbauern in einer Moorlandschaft Västerbottens. Was auch geschieht, ihr Leben liegt in Gottes Hand.

Lindgren starb wie Enquist erst kürzlich. Sein bekanntestes Werk heißt „Der Weg der Schlange“. Es erschien 2001 auf Deutsch beim Aufbau Verlag und schildert das Schicksal einer Familie in einer lebensfeindlichen Umgebung. Ich interviewte ihn im Reiseführer über Västerbotten – auf Deutsch! Enquists, Lidmans und Lindgrens Romane stellen die meisten in Deutschland viel bekannteren Krimis der vergangenen zwanzig Jahre von Henning Mankell bis Liza Marklund in den Schatten. Ich verneige mich vor diesem großartigen Schriftsteller Per Olov Enquist und trauere ein wenig.

Sind Meere zu sehr Wirtschaftsraum?

Eine gute Zusammenfassung liefert dieser dpa-Artikel über den Zustand von Nord- und Ostsee. Trotz wesentlicher Fortschritte gebe es aber noch viel zu tun, meinen Forscher.

http://www.sueddeutsche.de/wissen/umwelt-rostock-biologe-nord-und-ostsee-sind-mehr-als-ein-wirtschaftsraum-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200210-99-847933