Bemerkenswert

Im Reiche der Eidechsen und Schmetterlinge

Auf dem Moselsteig von Karden nach Moselkern

Mediterranes Lebensgefühl vor der Haustür: Wer das mag, sollte den Moselsteig von Karden nach Moselkern ausprobieren. Am vergangenen Sonntag wagten wir uns auf die Strecke. Zunächst geht es flach durch Karden, wo sich eine Besichtigung des „Doms“ lohnt, vor dem der Heilige Castor steht.

Dann wird einem beim Aufstieg einiges abverlangt, denn es geht drei Kilometer fast nur bergauf. Dafür entschädigen das dschungelartige Grün dickblättriger Gewächse und viele Schmetterlinge. Meistens sind es Kohlweißlinge; einmal flatterte auch ein Tagpfauenauge an uns vorbei. Sogar eine Eidechse entdeckten wir, was so oft nicht auf unseren mittlerweile recht vielen Wanderungen an der Ahr, auf dem Rheinsteig und an der Mosel vorkommt.

Mit voller Konzentration führt der Weg dann ein Stück herab. Die Seile am Rand waren eine große Hilfe beim Klettern, um nicht allzu hart mit den Füßen aufzutreffen und die Knie zu entlasten.

Der Passionsweg aufden Müdener Berg ist dagegen ein Klacks. Es geht nur leicht bergauf.Am Wegesrand stehen Stelen mit Bildern der Passion Christi. Obenerwartet die Wanderer eine aus Naturstein gemauerte Kapelle.

Durch Felder und Busch führt der Weg schließlich zur Burg Eltz. Wir waren nicht die einzigen, die das aus dem 12. Jahrhundert stammende Bauwerk bewundern wollten. Viele Besucher waren auf dieselbe Idee gekommen. Der Parkplatz war entsprechend voll. Aber da eine Anreise mit dem Auto langweilig ist, empfehle ich jedem diese Wanderung. Start und Ziel sind mit der Bahn zu erreichen.




Flussflair am Emsradweg

Emden – das erste Etappenziel der Radreise im Weser-Ems-Gebiet liegt nun in Reichweite. Gleich werde ich auf die kleine Emsfähre rollen.

Bisher hat mir die Tour sehr gut gefallen. Eine Woche durchstreife und erlebe ich die Region schon. In Greven stieg ich in den Radweg ein und sah die Ems erst einmal nur hin und wieder. Denn die Strecke führt nicht immer an ihr entlang. Auch die ersten Städte sind nicht immer an sie angebunden. So entwickelt sich bis Rheine kein richtiges Flair, indem zum Beispiel Brücken übers Wasser führen, dort Badeplätze liegen oder Menschen angeln.

Ab Rheine ändert sich das. Die Ems teilt die Stadt in zwei Hälften. Eine schöne Brücke verbindet beide miteinander in der Innenstadt. Hier entwickeln sich sogar Stromschnellen, die das bisher gemächlich strömenden Gewässer rasant erscheinen lassen. Sehenswürdigkeiten wie Kloster Bentlage schmiegen sich an den Fluss. Der hin und wieder auch sandige Weg führt durch Wälder und Felder. Am Wegesrand finden sich Informationen über Fauna und Flora.

Bis über Meppen hinaus finden sich vereinzelt imposante Herrenhäuser und Windmühlen. Vor Ort traf ich Eigentümer oder Restauratoren, die gerne zu Gesprächen über die Gebäude bereit waren wie etwa vor dem schönen von Schlaun geplanten Schloss Herzfeld vor Lingen. Oder ehrenamtliche Mitarbeiter der offenbar sehr emsig arbeitenden Heimatvereine wie vor einer Windmühle zwischen Papenburg und Leer oder im Torfmoor-Museum in Papenburg selbst.

Es fällt auch auf, dass die Menschen hier sofort stehen bleiben und sich Zeit nehmen, um etwas über ihre Stadt zu erzählen oder Tipps zu geben. Fernradler sind hier wohl gern gesehen.

Gestern Abend luden mich auf dem Campingplatz Großes Meer hinter Emden Bianca und Andreas, Eltern eines Zweijährigen, zum Grillen ein. Natürlich mit Corona-Abstand. Sie stammten aus der Umgebung von Aurich und wollten nur ausprobieren, wie der Kleine auf die Übernachtung im Zelt reagiert.

Bisher hat mir die Tour sehr gut gefallen. Eine Woche durchstreife und erlebe ich die Region schon. In Greven stieg ich in den Radweg ein und sah die Ems erst einmal nur hin und wieder. Denn die Strecke führt nicht immer an ihr entlang. Auch die ersten Städte sind nicht immer an sie angebunden. So entwickelt sich bis Rheine kein richtiges Flair, indem zum Beispiel Brücken übers Wasser führen, dort Badeplätze liegen oder Menschen angeln.

Bis Norden bin ich heute gekommen. Nach wie vor erfreue ich mich an einer schönen Tour. Beeindruckt hat mich heute die Welt der Vögel am Nationalpark Wattenmeer. Gänse flogen über mich her. Jede Menge Austernfischer hielten sich direkt vor mir auf einer Landzunge am Strand auf. Sie flogen allerdings hoch.

Filmtipp: Natur kehrt zurück

Der arte-Film „Die Natur kehrt zurück – Renaturierung in Europa“ gefällt mir gut. Ich sah ihn schon am vergangenen Sonnabend. Daher kann ich die anstehende Wiederholung wärmstens empfehlen. Großtiere bekommen offenbar bei Biologen aktuell einen neuen Stellenwert, weil sie viel für die Pflege der Natur tun, als bisher gedacht. Ein interessanter Ansatz, damit man wirklich sagen kann: Natur kehrt zurück.

Zu meiner Überraschung besuchte der Autor auch die „Faia Brava“ im Nordosten Portugals. Als ich die Serra da Estrela durchstreifte und erlebte, zeigte mir der Biologe António den erfolgreichen Ansatz, Brachland für die Natur verfügbar zu machen. Dort vermehren sich jetzt Greifvögel wie Geier, aber auch Amphibien wie Frösche. Daher drehte nicht nur arte, sondern auch ich einen Beitrag über den Ausflug. Vor allem betörte mich dort das Gefühl, mich aufgrund der Farben und Gerüche in Afrika aufzuhalten. Und der Gesang der Frösche: António gilt seitdem für mich als Froschflüsterer.

Naumans umgekehrte Pyramide weg!

Eine umgekehrte Pyramide sorgt bei Kunstfans, die Münster besuchen, immer wieder für Begeisterung. Denn die vom bekannten Künstler Bruce Nauman geschaffene Skulptur ist begehbar. Von weitem sieht „Square Depression“ aus wie ein heller Platz. Doch wer sich ihr nähert und dann vor ihr steht, sieht, dass sie sich senkt. Ihr Mittelpunkt liegt am tiefsten. In der Mitte sitzend, nimmt man die Umgebung aus einer besonderen Perspektive wahr. Doch in Münster muss Bruce Naumans umgekehrte Pyramide bald weichen. Der international renommierte Künstler soll damit einverstanden sein. Finden die Experten eine adäquate Position?

Jetzt liegen in ihrem Umkreis die Gebäude der Naturwissenschaften der Universität Münster an der Wilhelm-Klemm-Straße. Setzt man sich in ihr, sind mit dem Fahrrad auf der Straße fahrende Studenten von unten zu sehen. Sie fahren quasi auf dem Rand der Pyramide, wenn man sich die Mühe gibt, einen Punkt zu suchen, an dem Menschen oder aber Gebäude so zu sehen sind.

Wer die vom Amerikaner 2007 für das bekannte Münsteraner Skulpturprojekt entwickelte Kunstwerk jetzt noch sehen will, sollte sich beeilen. Denn Square Depression wird bald abgebaut und versetzt. Der Fachbereich Physik plant ein neues Gebäude auf dem Gelände, schreiben die Westfälischen Nachrichten. Es stehe in den Sternen, wann die umgekehrte Pyramide wieder zu sehen sei. Es wird spekuliert, dass sie auf der anderen Seite am Hörsaal eine neue Heimat findet.

Zum Glück gibt es in unmittelbarer Umgebung in einem Radius von ungefähr drei Kilometern weitere Kunstwerke national wie international renommierter Künstler wie Arnold Schlick, Ludger Gerdes und Manfred Müller. Einige sind oben in der Galerie abgebildet. So lohnt sich ein Besuch des Stadtteils. Niemand braucht also die weite Reise nach Münster nur der umgekehrten und bald weichenden Pyramide wegen zu scheuen. Das Viertel ist leicht mit Bussen vom Hauptbahnhof aus zu erreichen. Zum Coesfelder Kreuz fahren die Buslinien 2, 5 und 11. Hier ist der Busfahrplan Münster.

Im gesamten Stadtgebiet stehen sicher an die 300 Skulpturen. Und es gibt eine erstaunliche Zahl an Ateliers und Galerien.

Der WDR zeigt am Sonntag, 23. August 2020, den Film „Wunderschön – Urlaub rund um Münster„. Die darin von Andrea Grießmann gezeigten Orte lassen sich gut mit Münsteraner Kultur verbinden.

Sonnenblumen lachen auf Erden

Sonnenblumen lachen auf Erden – auch in Corona-Zeiten. Ein Münsterländer Bauer erfreut Rennradfahrer wie mich während der sportlichen Touren. Er hat einen sicher 50 Meter langen Streifen entlang seines Maisfeldes angelegt. An den Blüten laben sich jetzt die Insekten. Kleine Tiere finden sicher dort auch Unterschlupf. Und davor wachsen ja auch noch weitere Blumen.

Was ich allerdings traurig finde, ist, dass Blühstreifen, die ich im vergangenen Jahr entdeckte wie etwa am Horstmarer Landweg in Münster wieder verschwunden sind. Wahrscheinlich können sich Arten, die im letzten Sommer dort eine Heimat gefunden haben, heute schon nicht mehr halten.

Oder?

Heute, 9. August, fand ich auf derselben Strecke durch die Bauerschaft Roxel einen weiteren schönen Blühstreifen. Ihn scheint die Wärme an einem der heißesten Tage des Jahres, nicht zu beeindrucken. Dafür aber den Esel, der erstmals seitdem ich dort fahre nach Gesellschaft suchte. Und die Landjugend, die ein Planschbecken für erschöpfte Teilnehmer ihrer Fahrad-Rallye bereitstellte.

Habt ihr auch schöne Blühstreifen in eurer Region? Dann her mit euren Fotos. Ich stelle sie gerne hier dazu, um der Natur eine Stimme zu geben und damit mehr sagen können: Sonnenblumen lachen auf Erden.

Neu: Triumph des Winters

Weltliteratur aus Portugal ab sofort im Buchhandel

Ich präsentiere stolz das Drama „Triumph des Winters & des Frühlings“, frisch von mir aus dem Portugiesischen übersetzt. Da weniger dogmatisch als andere ist das Theaterstück das schönste Werk des Dramatikers Gil Vicente. Vicente gilt als Begründer des Nationaltheaters. Poetisch und lebendig. Ein toller Blick ins Denken der Menschen vor 500 Jahren. Das Drama ist ab sofort im Buchhandel und online erhältlich. Originaltitel: „Triunfo do inverno“.

Gil Vicente Triumph des Winters & des Sommers
ISBN 978-3-7529-62604

Fasziniert schaut der Zuschauer durchs Brennglas Vicentes (1465-1536) auf eine ihm fremde Welt der Renaissance. Er hört stolze Worte des Winters über seine Macht. Er zittert ums Leben von Seefahrern. Er lacht übers satirische Gespräch des Winters mit einem Hirten über die Liebe. Verzückt lauscht er poetischen Worten des Frühlings mit der Serra da Sintra, zwei ineinander verliebte Freunde.

Der Zuschauer meint, Don Quijote antraben zu hören. Der Welt der Ritter folgt bereits das Zeitalter der Eroberer, Seefahrer und Kaufleute in einer globalen Welt. Die Menschen stehen vor Herausforderungen, denen sie nicht immer gewachsen sind. Dessen sind sie sich aber nicht bewusst. Ein Meisterstück. Eine Tragikomödie, die auf heutigen Bühnen einen Auftritt verdient hat.

Wir entdecken und bestimmen: Insekten

Kennt jemand dieses seltsame Insekt? Es flog heute bei uns herum, setzte sich dann an der Scheibe fest. Daher konnte ich es gut in einem Glas einfangen und es fotografieren. Denn danach geriet es etwas in Starre, so dass ich das Glas entfernen konnte. Einige Minuten blieb es still, bevor es davon flog. Wir konnten es zwar entdecken, aber nicht bestimmen.

Bei uns fliegen ohnehin viele Insekten im Garten: Hummeln, Schmetterlinge und wilde Bienen in erster Linie. Eher selten Libellen und ab und zu auch Mücken. Sie erfreuen sich an vielen Blüten, da der Garten von Frühjahr bis Herbst immer etwas zum Naschen anbietet.

Gerade wurde das Rätsel nicht hier, aber über einen Facebook-Freund gelöst: Es wird sich wahrscheinlich um eine Schlupfwespe handeln, ein nützliches Insekt, dem Borkenkäfer gut schmecken sollen.

Wir entdecken und bestimmen: Insekten. Mir macht das immer sehr viel Spaß. Schon als Junge sammelte ich gerne Tierknochen in einem nahen Wald, hegte und pflegte ein Terrarium mit zum Beispiel Heuschrecken.