Tolkiens Seestadt heißt in Algarve Aljezur

Etwas vom Kurs abge­kom­men ist der Rei­sen­de. Er befin­det sich jetzt auf der Rota Vicen­ti­na in Alje­zur nahe Lagos. Daher sieht er hier nach vie­len Renn­rad­fah­rern ers­te Wan­de­rer. Auf der Via Algar­via­na hat er nie jeman­den gese­hen. Offen­bar ver­mark­ten die Tou­ris­ti­ker in Faro die Stre­cke schlecht. Wenn man so demo­ti­viert ist, kein Wunder.

Die Kraft nimmt durch eine Woche Auf­ent­halt deut­lich zu. Selbst die Wan­de­rung auf den Mon­te Fóia in Mon­chi­que war nur ein Klacks wie gera­de auch der Weg zur hoch gele­ge­nen Burg in Alje­zur. In der Alt­stadt sind wie schon in den Städ­ten zuvor hübsch her­aus­gr­putz­te wie ver­fal­le­ne Häu­ser zu sehen. Respekt vor Nach­barn und Tages­tou­ris­ten scheint nicht vor­han­den zu sein. Denn viel Kot liegt auf den Gas­sen. Selbst die Muse­en sind geschlos­sen wie lei­der auch das eines bekann­ten Künstlers.

Blühende Landschaft

Wer dann die Schwär­me­rei auf der Info­ta­fel liest, mag an Tol­ki­ens See­stadt den­ken. Nach der Ver­trei­bung der Zwer­ge durch den Dra­chen Snaug ver­fiel die Stadt zuse­hends. Hier war es der ver­sie­gen­de Fluss, der die Stadt vom See­han­del blü­hen­de nach Flan­dern hin abschnitt. Heu­te ist der Fluss nur noch ein kläg­li­ches Rinn­sal. Es wird so beschrie­ben, als sei die Stadt erst nach der Ver­trei­bung der Mau­ren auf­ge­blüht. Ob das so stimmt, wird noch recherchiert. 

Entspannung ab Aljezur

Ab Alje­zur wer­den die Men­schen deut­lich ent­spann­ter. Im Hotel half eine Mit­ar­bei­te­rin mit zwei neu­en Schläu­chen wei­ter. Denn bei der Abfahrt erwies sich der alte als porös. Nach über­stan­de­nem Plat­ten ergab sich neu­er Schwung bis nach Sag­res, wo der Rei­sen­de das Rad mit ins Appar­te­ment neh­men konn­te. Ein ange­neh­mes Ange­bot, erspart es einem doch die Schlep­pe­rei von 23 Kilo Gepäck. Dort weht einem im Süden Por­tu­gals dafür hef­ti­ger Wind um die Ohren. Daher ent­ste­hen hohe Wel­len, über die sich Wel­len­rei­ter sehr freu­en. Den Jubel trägt der Wind sogar die Steil­küs­te her­auf bis zum Tor­re de Aspa nahe Vila do Bispo. 

Dort befin­det sich der Rei­sen­de end­gül­tig auf der Rota Vicen­ti­va. Die­se führt von Sag­res bis Sétu­bal, ist ein Wan­der­weg. Die­ser bedeu­tet für Rad­wan­de­rer mit viel Gepäck eine sehr gro­ße Her­aus­for­de­rung, ist nur in Tei­len dafür zu emp­feh­len. Allein die Schie­be­rei ist eine Tor­tur. Wer sich das aus­ge­dacht hat? 

Schlimm soll ja auch die Eco­via in Algar­ve von Ayamon­te bis Lagos und Por­ti­mão sein. Von den Rad­lern, die dort unter­wegs sind, hört er nur Schlech­tes über viel Ver­kehr und tou­ris­ti­sche Hoch­bur­gen. In Faro wird sie von dor­ti­gen Tou­ris­ti­kern hoch gelobt, was jeder selbst auf einem Schild unter­halb der Burg lesen kann.

Der Rei­sen­de hat eine viel schö­ne­re Rou­te aus Via und Rota “zusam­men­ge­bas­telt”. Die­se beruht auf sei­ner lang­jäh­ri­ger Rad­ler-Erfah­rung auf Euro­pas Stra­ßen. Sie berei­tet durch zum Bei­spiel Strand­ab­schnit­te wie der Pra­ia de Ode­cei­xe mehr Spaß und ähnelt eher den gut zu bestrei­ten­den Jakobs­we­gen in Spa­ni­en. Mit­tel- bis lang­fris­tig stellt er sie Rad­rei­sen­den in Form eines Rei­se­füh­rers vor.

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