Heiß, heiß, heiß Auf dem Jakobsweg

Da vie­le fra­gen, wie heiß es gera­de auf dem Jakobs­weg im bren­nen­den Gali­zi­en zugeht. Zwei Mona­te soll es im Lan­des­in­ne­ren nicht mehr gereg­net haben. Mir ist zuwei­len schon ziem­lich heiß. Der Him­mel ist stau­big. Die Son­ne schil­lert des­halb grün­lich. Asche­stück­chen fal­len vom Him­mel. Die Schleim­haut in der Nase trock­net und setzt sich mit dunk­lem Staub zu. Trotz des Radelns im Gebirgs­wald wird mir so heiß, dass ich das ers­te Mal seit Jah­ren im Dorf Rosen­de eis­kal­te Cola trin­ke, die mir tat­säch­lich Abküh­lung ver­schafft. Eigent­lich ver­ab­scheue ich sol­che Geträn­ke genau­so wie Ziga­ret­ten. Es ist immer­hin 30 Grad warm, was ich aber nicht so wahr­neh­me, da ich mitt­ler­wei­le gut trai­niert bin.
Spä­ter kom­me ich in Bar­rei­ro an, wo ich über­nach­ten will. Das ist gut 40 Kilo­me­ter süd­lich von Sant­ia­go de Com­pos­te­la ent­fernt, wo ich vor der zu erwar­ten­den Sint­flut geflo­hen bin. Der Wirt sag­te mir, dass der Staub von einem zehn Kilo­me­ter ent­fern­ten Brand in Sel­li­da stamm­te. Und jetzt rie­che ich tat­säch­lich das Feu­er. Als es dun­kel wird, tre­te ich aus dem Hos­tal wie­der auf die Stra­ße. Die meis­ten Fens­ter sind dun­kel. Kein Mensch ist zu sehen. Eini­ge Män­ner ste­hen an der The­ke einer Bar, dre­hen sich sogar etwas weg, was für Gali­zi­en schon unge­wöhn­lich ist. Sonst grü­ßen die meis­ten höf­lich. Ich erklä­re es mit der Furcht vor dem Feu­er. Immer­hin bren­nen 7000 Hekt­ar. 10.000 Hüh­ner ster­ben, wäh­rend ich elek­tri­siert eine Est­rel­la Gali­cia trin­ke. Die­se Zah­len ent­neh­me ich am nächs­ten Tag dem „Faro de Gali­cia“. Viel­leicht haben die Leu­te auch Kom­ple­xe ihres selt­sa­men Ortes wegen, weil ich lache, weil es hier nur pin­chos zum Knab­bern gibt. Der Wirt guckt etwas säuerlich.
Als ixh die Wir­tin der benach­bar­ten Vino­thek auf den Geis­ter­stun­de anspre­che, meint sie, die Leu­te ruh­ten sich nur aus. Beim Ver­las­sen der Vino­thek hat such der Brand­ge­ruch verstärkt
Eine por­tu­gie­si­sche Freun­din schreibt mir, dass es auch an vie­len Orten in Por­tu­gal bren­ne: in Guar­da, Viseu und Cer­to. Das stärks­te Feu­er befin­de sich in Vigo am Atlan­tik. Genau durch die­se Orte führr mein Rück­weg von Sala­man­ca nach Por­to. Wer­de ich bakd vom Feu­er sein? Jetzt wün­sche ich mir den Regen, dem ich eigent­lich ent­kom­men woll­te. Wie alle Men­schen. Im Hos­tal iist lein Laut zu hören. Wie wür­de ich han­deln, wenn der Ort eva­ku­iert wer­den müss­te. Ich hat­te solch eine Situa­tio erst ein­mal i Nar­vik in Nord­nor­we­gen erlebt, als ich frisch aus der Dusche kam. Nackt woil­te ich nicht auf die Stra­ße tre­ten. Also zog ich mich zügig an und schnapp­te mei­ne Packtaschen.
Nachts hör­te ich Regen­trop­fen. Die Rei­fen roll­ten auf nas­sem Asphalt. Jetzt hoff­te ich, dass es bald auf der gan­zen ibe­ri­schen Halb­in­sel regnete.

likeheartlaugh­terwowsadangry
0