Peilen und Zimmern am Blockhaus

Stirn runzelnd steht der Brite David Preston aber erst einmal vor etwas, was er selbst auf seiner gerade beendeten Weltreise nicht gesehen hat: die meisterliche Verbindung von zwei rechtwinklig aufeinander stoßenden Blockhauswänden. Aufeinander gelegte runde Stämme oder Balken müssen miteinander an den Enden verbunden werden und zwar so, dass die Balkenköpfe überstehen. Solche Verbindungen sind schon durch einfache Kerben auf beiden Seiten und beiden Enden eines jeden Balkens zu erstellen. Dann aber liegen die Stämme nur relativ locker als Wand übereinander. Die Zimmerleute aus Nordschweden beherrschen aber eine Kunst, die alle anderen Eckverbindungen weit übertrifft, den so genannten Dalaknut, auf Deutsch Dalaknoten. Hauptunterschiede: Der Eckverband wird erstens schräg geschnitten, wodurch er bei Austrocknung des Holzes nicht undicht wird; zweitens wird ein Zapfen eingearbeitet, der exakt in die Auskerbung des oberen Balken passt und somit für eine enorme Festigkeit des Gesamtverbandes sorgt.

Abbildung eines Dalaknuts
Abbildung eines Dalaknuts. Oben: David bei der Arbeit.

David muss nun mit Wasserwaage und Zimmermannsstift peilen, wie er die Auskerbung für die Verbindung sägen muss. Die Einschnitte für die Auskerbung dürfen nur schräg über den Balken laufen, damit sich das Holz in dem Hohlraum zusammenziehen und ausdehnen kann. Holz arbeitet. Gebäude mit dieser Konstruktion halten sogar 300 bis 400 Jahre, anders etwa als moderne Betonkonstruktionen; sie werden nicht einmal innen feucht und sie faulen nicht. Schon die alten schwedischen Zimmerleute hatten das Problem der Verhinderung von Rissen im Griff. Das Peilen und Zimmern verlangt echte Präzisionsarbeit.

Literatur: Sven-Gunnar Håkansson, Blockhäuser und Hütten selbst gebaut, Hannover 2003.


Fortsetzung folgt.

Gränsfors Bruks

 

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