In die Trauer mischte sich oft ein Gefühl des Stolzes

In die Trauer mischte sich oft ein Gefühl des Stolzes

Unabhängig von den Briten

Die australischen Soldaten sahen ihre Beteiligung am Krieg als ehrenvollen Einsatz auf dem Wege zu einer australischen nationalen Identität. „Durch den modernen Krieg sind viele erstmals dem organisierten Massentod begegnet“, schreibt der amerikanische Historiker George L. Mosse. Überall habe man die Toten beweint. Aber in die Trauer habe sich oft ein Gefühl des Stolzes gemischt, das Empfinden, für eine edle Sache gekämpft und ein Opfer gebracht zu haben. Dem Tod der Soldaten sei so ein Sinn gegeben worden, sie seien für ihr Vaterland gestorben. „Letztlich ging es darum“, schreibt Mosse, „eine an sich unerträgliche Vergangenheit erträglich zu machen, nicht nur um Trost zu spenden, sondern vor allem, um die Nation zu rechtfertigen, in deren Namen der Krieg geführt worden war.“

Karte-Frontlinien

Australien konnte sich als neues selbstbewusstes Land präsentieren, politisch und kulturell unabhängig von den Briten. Die Unterschrift unter den Versailler Vertrag von 1919 durfte man wie die anderen Dominions leisten. Man übte damit ein Recht aus, das sonst nur dem englischen König vorbehalten war. Für den Eintritt in den Zweiten Weltkrieg entschieden sich dann die ehemaligen Dominions selbständig. Dadurch fühlen sie sich bis heute miteinander verbunden.

Fortsetzung folgt.

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